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Deutsche
Provinz
der Jesuiten


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Die Zehn Gebote
Ich bin der Herr, dein Gott.
1. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!
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Das ist für den Christen die Forderung, den Glauben an
den einen Gott, der Vater, Sohn und Geist ist, zu bekennen. Ihn sollen wir
über alles lieben und anbeten, denn er hat uns zuerst geliebt, hat uns
erlöst und geheiligt. Auf ihn sollen wir unsere Hoffnung setzen, denn er
ist Ursprung und Ziel unseres Lebens. |
2. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren!
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Das ist eine Forderung der Ehrfurcht vor dem
unergründlichen Geheimnis Gottes. Wir können nicht groß genug von seiner
Macht und Herrlichkeit denken. Das muss unser Reden von Gott, unseren Umgang
mit ihm und mit allem bestimmen, was zu Gott gehört. |
3. Gedenke, dass du den Sabbat heiligst!
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Das ist für den Christen die Forderung, an der
schöpferischen Ruhe Gottes teilzunehmen und im Gottesdienst dem Herrn für
die Gaben der Schöpfung und die Gnade des Erlösungswerkes zu danken, wie
es die Kirche vor allem in der sonntäglichen Feier der Eucharistie tut. |
4. Du sollst Vater und Mutter ehren!
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Das ist die Forderung, in der Familie, in Staat und
Gesellschaft, in der Kirche jedem Glied der Gemeinschaft mit Achtung zu
begegnen und zu ihm zu stehen. Diese Forderung schließt die Pflicht ein,
vor allem jenen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu helfen, die besondere
Verantwortung tragen. |
5. Du sollst nicht töten!
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Das ist die Forderung, das eigene und fremde Leben zu
achten. Geistiges und leibliches Leben sind Gaben, die uns Gott zur Pflege
und Entfaltung anvertraut. Das schließt den Auftrag ein, für gesunde
Lebensbedingungen zu sorgen und ein Klima der gegenseitigen Fürsorge zu
schaffen, in dem jeder nicht nur sein Recht erhält, sondern auch jene Liebe
und Anerkennung erfährt, ohne die er verkümmern müsste. |
6. Du sollst nicht ehebrechen!
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau!
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Das ist die Forderung, die Gabe der eigenen
Geschlechtlichkeit und die geschlechtliche Liebe von Eigensucht freizuhalten
und so die eheliche Liebe zu entfalten und vor Zerstörung zu bewahren.
Vernünftige Schamhaftigkeit und zuchtvolle Keuschheit schützen den
einzelnen vor Selbstsucht und ungeordnetem Begehren. Eine
verantwortungsbewusste Haltung gegenüber der Geschlechtlichkeit schafft die
Voraussetzung für eine menschenwürdige Begegnung der Geschlechter. |
7. Du sollst nicht stehlen!
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut!
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Das ist die Forderung, das Eigentum des Nächsten zu
respektieren und verantwortlich mit eigenem und fremdem Gut umzugehen. Denn
geordnete und sichere Besitzverhältnisse sind die Grundlage für die
Entfaltung geistiger und kultureller Werte im Leben des einzelnen und der
Gemeinschaft. Das verpflichtet zu gewissenhafter Arbeit und
verantwortungsbewusster Nutzung der Sachgüter, die Gottes Schöpfung für
den Menschen bereithält. |
8. Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen
Nächsten!
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Das ist die Forderung nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit im
Reden und Handeln. Kein Mensch kann sich entfalten und keine Gemeinschaft
Bestand haben, wenn falscher Schein, Täuschung und Lüge, Verleumdung,
Treulosigkeit und Unzuverlässigkeit das Vertrauen und die Sicherheit
untergraben und zerstören. Wir leben von der Treue und Wahrhaftigkeit
Gottes. Wir können mit uns selber und mit den anderen nur dann im Frieden
leben, wenn wir unser Leben nicht auf Heuchelei und Lüge, sondern auf
Wahrhaftigkeit und Wahrheit aufbauen. |
aus: Gotteslob Nr. 61

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